Schadenverhütung und -vergütung | Adressen | Rissbilder

Schafe interessieren die Luchse nicht besonders. Zur Sömmerungszeit leben zwar viel mehr Schafe im Lebensraum der Luchse als Rehe und Gämsen. Trotzdem lauern Luchse lieber den Wildtieren auf. Obwohl Schafe oder Ziegen viel leichter zu erbeuten wären, bleiben Angriffe auf Kleinvieh die Ausnahme. Denn Luchse fressen vor allem Rehe und Gämsen, die mehr als 90 Prozent ihrer Nahrung ausmachen.

Im gut untersuchten Nordwestalpengebiet betrugen 1997 bis 1999 die Luchsschäden ganze 0.3 Prozent des Schafbestandes, der in den Sommermonaten die Luchsreviere förmlich überflutet. Krankheit, Steinschlag, Blitz oder wildernde Hunde verursachen einen zehn Mal grösseren Schaden (3 Prozent). Die Darstellung unten verdeutlicht die Grössenordnung.

Wenn aber trotzdem ein Luchs ein Schaf oder eine Ziege reisst, werden die Tiere von Bund und Kanton vollumfänglich vergütet (siehe «Schadenverhütung und –vergütung» beim Luchsmanagement des BAFU).

Weil das Risiko aber relativ gering ist, werden nur dort Schutzmassnahmen empfohlen, wo ein Luchs regelmässig eine Herde aufsucht und Tiere gerissen wurden. Herden, die sich in Waldnähe aufhalten, sind am meisten von Luchsrissen betroffen.


Rissbilder

 

Typische Merkmale eines Luchsrisses:

  • durch den gezielten Biss in die Kehle entstehen tiefe, scharfkantige Löcher ohne ausgefransten Rand.
  • Der Abstand der Eckzähne beträgt 30-34 mm.
  • Meist sind nur wenige Löcher in der Haut zu zählen (1-10).
  • Im Bereich, wo der Luchs seine Beute erdrosselte, sind oft deutliche Blutungen sichtbar.
  • In der Regel sind Verletzungen und Unterhautblutungen am restlichen Körper nicht zu finden. Ausnahmen sind Kratzspuren, die im Falle eines Kampfes entstehen können. Diese sind von aussen selten nachweisbar.
  • Da sich der Luchs vor allem vom Muskelfleisch ernährt, frisst er zuerst an den Keulen oder eventuell an der Schulter.
  • Die grossen Knochen, der Kopf, das Fell und der Verdauungstrakt bleiben unberührt.
 


Adressen


Bei Problemen mit dem Luchs wenden Sie sich an die zuständigen Wildhüter, an die kantonalen Jagdverwaltungen oder an die KORA. Weitere wichtige Adressen sind: das Institut für Tierpathologie der Universität Bern, Abteilung Wild- und Zootiere AWI und des Institut Galli-Valério in Lausanne.

Jagdverwaltungen

Auf dieser Seite finden Sie alle Jagdverwaltungen der Kantone und des Bundes mit Adressen, Telefonnummern, Email- und Internetadressen.

 

 

KORA

Thunstrasse 31
CH-3074 Muri
Tel. +41 - 31 951 70 40
Fax +41 - 31 951 90 40
email: info@kora.ch

 

 

FIWI

Institut für Tierpathologie der Universität Bern
Zentrum für Fisch und Wildtiermedizin FIWI
Laenggass-Strasse 122
CH-3012 Bern

 

 

Institut Galli-Valerio

Institut Galli-Valerio
1000 Lausanne

 

 

 

 
© Wildtier Schweiz· CH-8057 Zürich· Comments · Last modified: 20.08.2008